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Klaus Henninger
Der Millionste
Komödie
Die Natur hält noch viele Geheimnisse bereit.
Nicht nur die Liebe ist eines, aber soll man der Natur in ihre
Unerforschlichkeit pfuschen?
Best.Nr. kom0002
Leseprobe:
Roger: Dem lieben Gott war
wieder mal schwindlig vom vielen Drehen, er schloss die Augen und es wurde Nacht
auf der Erde.
In den Städten gibt es Elektrizität, aber in fernen Gegenden,
besonders in den Wäldern tappen die Menschen
nachts im Dunkeln. Da hatte Gott
seit langem wieder eine Idee. »Herrgottsakrament!« schimpfte er leise, damit
niemand
ihn hörte »daß mir das nicht früher eingefallen ist.« Er hatte die
Idee, reife Früchte zu entsenden. Er dachte an die gelben
Paprikaschoten. »Die
werde ich vergrößern«, sagte er zu sich, »dann können sie mit ihrem
schönen Gelb wie
Lampen leuchten.« Einige Paprikaschoten waren pfiffig. Der
Gedanke Gottes war ihnen schon beim Frühstück gekommen.
Sie hatten seitdem
darüber nachgedacht, wie sie sich nützlich machen könnten, um nicht gegessen
zu werden das fanden
sie unappetitlich. Da raunte ihnen der Wind, dass die
Menschen jetzt Wachstum beeinflussen, das Wachstum lebender Zellen.
Darüber
freuten sich die Paprikaschoten. Sie lachten und hauten sich auf die Schultern,
bis einige platzten. »Vielleicht können
wir ja so groß wie Lampen werden«,
jauchzten sie. Da Gott die Augen immer noch geschlossen hielt, kullerten sie
unbemerkt
zu den Menschen, um sich behandeln zu lassen. Das geschah mit Erfolg.
Einige waren helle geworden und sahen aus
wie Straßenlaternen, andere aber wie
riesige, prall gefüllte Kartoffelsäcke, nur gelb. Und dann gab es welche, die
glichen einem gelben, glattgewalzten Pizzateig, pfui! Gott öffnete die Augen
und schaute auf die Bescherung. Wer hat
schon gern, dass man ihm zuvorkommt? Und
wer lässt schon gern an seinem Werk herumbasteln? Er kriegte eine Wut,
die war
gewaltig, eben göttlich. Er brüllte so, dass sein Thron wackelte und er die
Stimme verlor. Seitdem schweigt
Gott. »Du saudummes Gemüse!« hatte er
gerufen. »Ihr habt gegen meinen Willen gehandelt! Ich befehle, dass ihr sofort
wieder kleiner werdet! Es machte pft... Das hörte sich an, wie wenn lauter
Luftballons in sich zusammenfallen.
Und die Paprikaschoten verloren wieder ihre
Größe. Die noch unbehandelten Paprikaschoten verdammte er dazu, immer
so zu
bleiben wie sie nun mal sind, nämlich saudumm und zum Lichtspenden etwas zu
klein. So kommt es, dass es
in manchen Gegenden, besonders in den Wäldern,
nachts noch stockfinster ist.
Françoise: Sehr schön.
Roger: Und?
Françoise: Was und?
Roger: Und da ist ein
Problem, Frau Vorsitzende. Kann ich das Geld wiederhaben?
Françoise: Welches Geld?
Roger: Das ich Ihnen
zurückgegeben habe?
Françoise: lacht Ich
soll Ihnen das Geld zurückgeben, das Sie mir gebracht haben, mein Geld?
Roger: Robert will mich sonst
nicht mehr sehen.
Françoise: Bekommt Herr
Miller das Geld?
Roger: Es ist sein Geld.
Françoise: Ich habe das
anders gesehen.
Roger: Es gehörte Ihnen,
dann ihm, darauf wieder Ihnen, jetzt muß es zu ihm. Geld muß wandern.
Kann ich
es wiederhaben?
Françoise: Ich habe kein
Geld.
Roger: Nicht flüssig?
Françoise: Ich habe kein
Geld.
Roger: Was haben Sie mit dem
Geld gemacht?
Françoise: Ist das nicht
meine Sache?
Roger: Was haben Sie in der
kurzen Zeit mit dem vielen Geld gemacht?
Françoise: Bitte! Sie
legt ein Medaillon auf den Tisch.
Roger: Was ist das?
Françoise: Ein Medaillon.
Roger: Ein was?
Françoise: Es ist aus Gold.
Auf dem Deckel ist ein Stein eingearbeitet, ein Smaragd.
Er gibt dem Gold einen
neuen Schimmer.
Da ist mein Geld.
Roger: Ich sehe doch nicht
richtig?
Françoise: Gefällt es Ihnen
nicht?
Roger: Das ist zum Fenster
rausgeworfen.
Françoise: Raten Sie, für wen es ist. |