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Klaus Schlette
Cleveryman
oder
Der Hase und der Igel
Ein-Mann-Krimi (1990)
Darsteller: Lampas (Dr. Daniel Georg), der
Andere
Einer spielt 'Cleveryman', ein
'Wahnsinnsspiel'. Seine Requisiten: Computer, Telefone, Ruf- und Sprechanlage,
ein paar Schlüssel, ein paar Flaschen, ein Preßluftkorkenzieher. Was ihn
irritiert ist einzig ein 'Penner', dem er ständig beim Joggen begegnet, der
treibt ihn fast zur Verzweiflung, macht ihn wahnsinnig - soll er ihn - oder
bringt am Ende der ihn ...
Bestellnummer: 9419
Leseprobe:
Walter? - Ja, Daniel - bist du allein? -
Nein, nein, was anderes - ich hab dir erzählt, dass ich meinen Autoschlüssel
nicht finden kann, verlegt, verloren, was weiß ich? - Ja, vor drei Tagen -
nein, das nicht, aber - ich - vielleicht erinnerst du dich, wir sprachen vor längerer
Zeit mal drüber: so ein Typ, dem ich immer wieder beim Laufen begegne - seit
ungefähr einem Jahr, ja - richtig: völlig daneben, ja, aber sicher nicht so
alt - was heißt beeindruckt?! Er, er, na ja, zugegeben, er hat mich einigermaßen
beschäftigt, eine Figur aus einer Welt, mit der ich wirklich nie etwas zu tun
hatte - auch nicht habe, nein, nur, dass ich dem halt immer wieder begegne, d.h.
ich lauf an ihm vorbei, er sitzt da - ja, fast immer auf derselben Bank, sitzt
einfach da und starrt mich an, manchmal denk ich, er wartet den ganzen Tag nur,
dass ich vorbeilaufe, um mich anstarrren zu können - neinnein, nicht böse oder
- , anstarren ist falsch: eher freundlich, vielleicht ein bisschen so, als amüsiere
es ihn, süffisant wär zuviel, aber -
wirklich nicht, wie komm ich dazu? Ein völlig runtergekommener Typ!
Landstreicher, Stadtstreicher, was weiß ich? Treibst DU Konversation mit den
verlausten Betteltypen, denen du begegnest? Ist doch wohl genug, dass der Sultan
auf ihn eingeht - über den Gartenzaun gelangt und mit dem Hund gespielt, der
war ganz verrückt nach ihm - Wer sonst? Ich hab zwar nicht daneben gestanden,
aber, mein Gott, wer soll’s denn sonst gewesen sein? Beschwören kann ich’s
wirklich nicht, aber - Nein,
niemals, er sieht eher aus, als würde er’s nicht nehmen, wenn ihm einer was
anbietet - tja, Stolz, Arroganz, Überheblichkeit - keine Ahnung: von nichts,
Sonne und Regen und Schnee, vielleicht hat er eine Erbschaft auf der Bank, ein
Vermögen, von dem wir nur träumen können, oder er holt sich, was er braucht,
nachts, aus Geschäften, Tresoren, was weiß ich? Industriespionage ist es mit
Sicherheit nicht, wovon er lebt; aber es ist mir auch wurscht; selbst wenn er
genügend hätte: wie kann einer guten Gewissens einfach dasitzen und nichts
tun, woher nimmt der die Ruhe? Ist er ein Gott?
Nichts tun, keinerlei Aktivität aufbringen, faul in der
Gegend rumsitzen und warten, abwarten, ob irgendetwas geschieht: - und dann von
oben herab lächelnd zuschaun, was und wie es geschieht und sich im Grunde darüber
lustig machen, dass andere so dumm sind, sich zu engagieren, für etwas
einzusetzen: ‘ist schon recht, dass die außer Atem kommen, langt ja, ist völlig
genug, läuft alles, ohne dass ich was tun muss’: ich finde das impertinent,
ich könnte reinschlagen, das zeugt von einer Dummheit und Arroganz -
Wieso? - - überhaupt nicht, was
heißt aufregen? ich bin völlig ruhig; aber lass DU dich mal jeden Tag derart
blöd von einem anschaun, der den Dreck unterm Nagel nicht wert ist! -
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