|
| |
Klaus Schlette
Reineke Fuchs
Märchenspiel für
16 m, 4 w Darsteller und einige mehr, mind. 10 m, 3 w, 1 Bild, diverse
Schauplätze
Der größte Heuchler, Dieb, Betrüger,
Räuber, Mörder wird der erste Mann im Staat. Wer wagt schließlich noch
etwas gegen ihn vorzubringen? Nicht 'die Welt', jeder einzelne will betrogen sein,
will sich einem 'Idol' anschließen,
einem Mächtigeren unterwerfen, und er will absolut nichts Nachteiliges wissen.
Wer ist schuld, dass es auch heute noch nur so und nicht anders läuft?
Fuchs: (als Büßer verkleidet)
Ihr Lieben, wir sind doch allzumal Sünder.
Wer vermag denn noch voller Vertraun
auf den Bruder, den Allernächsten, zu baun?
Keiner von uns ist rein wie die Kinder.
Wir heucheln und lügen und stehlen, betrügen,
verhehlen und rügen und meucheln und rauben - nicht zu glauben! Schon ein
Stück trocken Bot zu stehlen, ist eine verdammenswerte Tat. Wie viel mehr ein
Hühnchen, eine Gans, einen Hasen oder gar einen Elefanten!
Hoffart, Stolz, Überheblichkeit, Anmaßung, Frechheit, Erbärmlichkeit
herrschen allenthalben, aber mit das schlimmste, liebe Brüder, ist die
Heuchelei.
Heuchelei ist nicht allein Verrat am Bruder,
an Vater und Mutter, am Glauben, an Gott!
Heuchelei, Sapperlot, ist Verrat an uns selber!
Darum lasst uns das Büßergewand anlegen und Einkehr halten. Geht in euch,
lieben Brüder, und kehrt auf den rechten Weg zurück. Die Welt muss wieder
ehrlich anständig, sauber werden. Wir müssen wieder Vertrauen haben können!
Klaus Schlette ist ein Tausendsassa, ein
Zauberer: was er aus dem Gedicht herausdestillierte und zu einem Märchentrunk
zusammenbraute, kann wirklich allen munden: den Jungen wie den Alten. (Die
Woche, Regensburg)
Bestellnummer: 9433
|