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Klaus Schlette Märchenspiel für mindestens 4 m, 2 w Darsteller, diverse Schauplätze, Spieldauer: ca. 75 Minuten Alle zittern und zagen, fürchten sich und es
gruselt sie, ob sie in den finsteren Keller müssen, ob es blitzt und donnert, Am Märchen hatten Vier- wie Zwölfjährige
ihren Spaß. Denn sie alle wissen, was Angst ist. Bestellnummer: 9509 Leseprobe: 9
Im Wirtshaus ERZÄHLER
Kaum waren sie drin, fing Benjamin wieder an: BENJAMIN
Wenn mich’s nur gruselte! Wenn mich’s doch endlich gruselte! WIRT
Was sagst du da? Fuhrmann Dummes
Geschwätz. er sagt ständig: Wenn
mich's doch gruselte, als wär das erstrebenswert. WIRT
Dazu sollte hier wohl Gelegenheit sein. WIRTIN
Ach, schweig still! GAST
1 (singt
zu Melodie ‘Ein Männlein steht im Walde’) WIRTIN
So mancher Vorwitzige hat schon sein Leben verloren. Es wäre
jammerschade um die schönen blauen Augen, wenn die das Tageslicht nicht mehr
wiedersehen sollten. BENJAMIN
Wenn’s noch so schwer wäre, ich will’s endlich einmal lernen,
deshalb bin ich losgezogen. Also, Herr Wirt, heraus damit. Wenn du mir’s nicht
sagst, bin ich dir ernstlich böse. WIRT
Nicht weit von hier steht ein verwunschenes Schloss, wo einer wohl lernen
könnte, was Gruseln ist, wenn er nur drei Nächte darin wachen wollte. WIRTIN
Das hat noch keiner geschafft. FUHRMANN
Und da sind gestandene Männer rein, starke Kerle, die mit dem Teufel
Karten gespielt hatten, aber mehr als eine Nacht hat kaum einer überlebt, und
den wenigen, denen es gelungen war, die hat man nach der zweiten mit den Füßen
voran aus dem Schloss herausgetragen. BENJAMIN
Was heißt: mit den Füßen voran? WIRTIN
Sie waren tot, bereits nach der zweiten Nacht! Und erst wenn einer drei Nächte,
heißt es, unbeschadet auf Schreckenstein verbracht hätte, wäre der Zauber gelöst. |