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Schauspiel

Christopher Marlowe
Der Jude von Malta

Übersetzung und Bearbeitung: Klaus Schlette

Darsteller: 14m, 1w

Bestellnummer: 9602

Leseprobe:

MACHIAVEL  Denkt auch die Welt, ich, Machiavel, sei tot,
mein Geist lebt munter fort, jenseits der Alpen, diesseits,
in Frankreich, England, Deutschland -
in der ganzen Welt.
Ist auch mein Name vielen widerwärtig,
die mich zu schätzen wissen, lieben mich.
Bewundern tun mich die, die mich am meisten hassen.
Wenn wer auch offen meine Bücher schilt,
liest er sie doch, er kommt dadurch empor
zu Peters Stuhl: doch stößt er dann mich fort,
wird er, vom nächsten, der mir folgt, vergiftet.
Die Religion ist mir ein kindisch Spielzeug,
und keine Sünde weiß ich, als beschränktes Denken.
Was ist ein Mord?
Wer hat ein Recht zu leben?
Woher begründet der verbriefte Anspruch
auf eine Krone?
Was hatte Caesar für ein Recht auf Rom?
Was macht den Herrscher, wenn nicht seine Macht?
Gesetze haben Kraft nur dann, wenn sie mit Blut geschrieben.
Der schnelle starke Arm
überzeugt weit mehr, als jedes ABC.
Die Schwächlinge verkünden laut, wie sehr sie mich bedauern;
was sie bekunden ist nicht Mitleid, es ist Neid.
Doch wo gerat ich hin? Ich bin nicht hier,
um Predigten zu halten.
Ich zeig euch die Tragödie eines Juden,
der unterliegt, weil er
am Ende doch wieder vertraut.
Ein schlechter Schüler.