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William Shakespeare
Macbeth
Übersetzung und Bearbeitung: Klaus Schlette
Darsteller: Das Stück kann wie alle
Shakespeares mit 12 Darstellern besetzt werden.
Bestellnummer: 9604
Leseprobe:
MACBETH
Hängt unsre Banner an die Außenmauern.
Stets heißt's: 'Sie kommen!' Unsre feste Burg
lacht der Belagerung: solln sie hier liegen
bis Hunger, Fieber, Frost sie aufgefressen.
Wärn sie nicht durch die Überläufer stärker,
wir hätten sie gestellt und Bart an Bart
zurück nach Haus getrieben. Was soll der Lärm?
SEYTON
Der Klageschrei von Frauen, gnädiger Herr.
(ab)
MACBETH
Ich hab fast den Geschmack der Angst vergessen.
's gab eine Zeit, wo es mich friern machte,
wenn nachts ein Vogel schrie; und mir bei düstern
Geschichten sich das Haar sträubt' und zu Berg stand,
als wär Leben drin. Ich hab mich sattgefressen
an Graun; und Greul, vertraut den Mordgedanken,
kann mich nicht mehr schrecken.
(Seyton auf)
Warum das Geschrei?
SEYTON
Die Königin ist tot, Herr.
MACBETH
Sie hätte später sterben können:
da wäre Zeit für so ein Wort gewesen. -
Das Morgen, morgen und dann wieder morgen,
das schleicht so Schritt für Schritt von Tag zu Tag,
bis hin zu unserm letzten Atemzug;
und alle unsre Gestern zeigten Tröpfen
den Weg zum Grab, zum Tod. Aus, kurzes Licht!
Leben: ein Schattenspiel; ein armer Mime,
der sich spreizt und quält sein Stündchen auf der Bühne,
und dann nicht mehr gehört wird: 's ist ein Märchen,
erzählt von 'nem Idioten, laut und wild,
ohne jeden Sinn.
(Bote auf)
Du hast was auf der Zunge: raus damit.
BOTE Mein gnädiger Herr,
ich sollte melden, dass, was ich sag, ich sah's,
doch ich weiß nicht, wie ich's anfangen soll.
MACBETH
Nun, sag schon.
BOTE
Wie ich grad Wache auf dem Hügel steh,
ich sah nach Birnam runter; und plötzlich denk ich,
der Wald fängt an zu gehn.
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