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Schauspiel

William Shakespeare
König Cymbelin

Übersetzung und Bearbeitung: Klaus Schlette

Darsteller: Das Stück kann wie alle Shakespeares mit 12 Darstellern besetzt werden.

Bestellnummer: 9605

Leseprobe:

23      Wales, vor der Höhle

     Bellarius, Guiderius, Arviragus

GUIDERIUS  Der Lärm ist ringsherum.

BELLARIUS       Gehn wir hier fort.

ARVIRAGUS  Wie finden wir je Lust am Leben, außer
durch Taten und Gefahren?

GUIDERIUS       Was haben wir
zu hoffen, wenn wir fliehn? Wenn uns die Römer
nicht gleich als Briten töten, halten sie
uns fest, barbarische Verräter, und
erschlagen uns, wenn sie uns nicht mehr brauchen.

BELLARIUS  Kommt, höher im Gebirge sind wir sicher.
Wir dürfen nicht zu unserm Heer: die Neuheit
von Clotens Tod - wir unbekannt, nicht mit
dem Volk gemustert - man wird untersuchen
wo wir gelebt, und presst dann aus uns raus,
was wir getan, und das bedeutet Tod
durch lange Qualen.

GUIDERIUS       Das, Vater, sind Bedenken,
die nicht zu dir in solchen Zeiten passen,
noch uns befriedigen.

ARVIRAGUS       Nicht sehr wahrscheinlich,
daß, hören sie die römischen Pferde wiehern,
sehn die Lagerfeuer, haben Aug und Ohren
so überspannt aufs Wichtigste, dass sie noch
ihre Zeit verschwenden sollen, uns zu bemerken,
zu fragen, wer wir sind.

BELLARIUS              Ich bin bekannt
bei vielen noch im Heer; und all die Jahre,
obwohl er damals jung, hab ich den Cloten
auch nicht vergessen. Dazu kommt, der König
verdient nicht meinen Dienst noch eure Liebe,
denn nur mein Bann war schuld, fehlt euch Erziehung,
dass ihr als Wilde lebtet, ohne Hoffnung
auf Glück, das eure Wiege euch versprach,
verbrannt von Sommersonne, vor dem Winter
wie Sklaven zitternd.