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Herbert Bauer-Brauneis Darsteller: 3 m, 2 w Bad Feistenbrunn, ein unbedeutendes
Provinzstädtchen, ist aus seinem Dornröschenschlaf erwacht, hat sich zum
aufstrebenden Kurort entwickelt und wurde so zum Quell des Wohlstands seiner
Bürger. Bestellnummer kom9614 Leseprobe:
Dr. Birkenstein: Das muss man wohl so sagen. Glauben wir nicht alle an
einem Quell der Gesundheit zu leben? Meinen wir nicht alle, dass wir unseren
Kurgästen hier bei uns derart gesunde Lebensbedingungen bieten können, so dass
wir die Kranken direkt hierher locken, um ihren Heilungsprozess zu
beschleunigen?
Kieshammer:
Freilich und das propagieren wir ja auch entsprechend und vor allem erfolgreich.
Unsere Prospekte sind gespickt mit Zitaten aus Deiner Studie, Claus.
Aufmacher:
Und wir von der Zeitung tragen ebenfalls unseren Teil dazu bei.
Dr. Birkenstein: Und jetzt stellt sich heraus, dass alle einem gewissen
Dr. Birkenstein offensichtlich zuviel Glauben geschenkt haben. Dieser Herr hat
bedauerlicherweise zuwenig umfassend recherchiert.
Kieshammer:
Claus, wie meinst Du das? Ich kann Dir beim besten Willen nicht folgen.
Aufmacher:
Ja, werden Sie bitte deutlicher!
Laura:
Nun red' schon!
Dr. Birkenstein: Unser Bad Feistenbrunn gleicht zu bestimmten Zeiten im
Jahr weniger einem Gesundbrunnen als einer Giftküche, das dürfen Sie mir
glauben.
Aufmacher:
Wie?
Dr. Birkenstein: Nun, zur Zeit der Schneeschmelze und nach heftigen
Unwettern treten die Quellbäche, auch die, die unseren Trinkwasserspeicher
füllen, über die Ufer und überschwemmen die Berghänge unseres Tales. Nachdem
dabei der Boden ausgeschwemmt wird, gelangen Schadstoffe, die im Boden enthalten
sind in verstärktem Maße in unser Trinkwasser.
Aufmacher:
Welche Schadstoffe?
Dr. Birkenstein: Das werden Sie nicht wissen, Herr Aufmacher. Zu viele
wissen es nicht oder haben es bereits verdrängt. Auf der Breitenauer Höhe,
oberhalb unseres Trinkwasserspeichers befand sich während, bzw. kurz nach dem
Krieg eine Deponie mit alten Wehrmachtsbeständen. Es handelte sich dabei um eine
größere Anzahl von Fässern, über deren genauen Inhalt niemand mehr Bescheid
weiß. Diese Fässer wurden bereits Ende der vierziger Jahre von den
amerikanischen Streitkräften abtransportiert. Tatsache ist, dass seinerzeit
einige dieser Fässer wohl undicht gewesen sind und deren Inhalt zumindest
teilweise im Erdreich versickert ist. Bodenproben haben jetzt ergeben, daß dort
die Erde mit giftigen Schwermetallen und chemischen Stoffen, wie sie z.B. in
Pestiziden zu finden sind, kontaminiert ist. Diese Giftstoffe gelangen dann zur
Zeit der Schneeschmelze und nach starken Regengüssen auf dem beschriebenen Wege
in unser Trinkwasser. Was nicht im Trinkwasserspeicher aufgefangen wird, kommt
auf dem üblichen Weg in die Zuläufe unseres Sees, sodass die Schadstoffe in
geringerer Konzentration auch noch im Seewasser nachzuweisen sind.
Kieshammer:
Unglaublich! Wie bist Du denn da draufgekommen, wie hast Du das entdeckt, Claus?
Dr. Birkenstein: Im Frühsommer letzten Jahres traten untypisch häufig
dermatologische und gastritische Erkrankungen auf, was mich auf Infektionen
durch das Trinkwasser brachte. Als ich jedoch kurze Zeit später die Qualität des
Trinkwassers analysieren ließ, zeigte sich keinerlei Besonderheit. Im Herbst
habe ich dann selbst das erste Mal von dieser Geheimnis umwitterten Deponie
gehört und als sich heuer im Frühjahr dieselben Krankheitsbilder erneut zeigten,
zögerte ich diesmal keinen Moment und ließ Bodenproben oben auf der Breitenau,
sowie Trinkwasserproben direkt aus dem Trinkwasserspeicher entnehmen.
Anschließend habe ich die Proben zur exakten, laborwissenschaftlichen Analyse an
die Universität Heidelberg geschickt. Soeben habe ich mit der Post die
Bestätigung meiner Befürchtungen erhalten.
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