|
|
Bayernhymne Gott mit Dir, du Land der
Bayern, deutsche Erde, Vaterland! Gott mit dir, dem
Bayernvolke, daß wir uns’rer Väter wert, Der Dichter:Michael Öchsner, Sohn eines Münchner Lehrers, geboren am 2. Februar 1816,
Lehrer in München, Verfasser von Lesebüchern seit 1852, Begründer und
Herausgeber der Lehrerzeitungen „Bayerische Schulzeitung" (1857) und „Bayerischer
Schulfreund" (1860), gestorben am 8. Oktober 1893. Das Lied „Für Bayern"
war seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bereits weit verbreitet, bevor
es durch Initiativen des Bayerischen Landtags offizielle Hymne des Freistaates
wurde. Dichter der Urfassung war der Münchner
Lehrer Michael Öchsner, Herausgeber der ersten Zeitschrift des Bayerischen
Lehrervereins. Komponist war Konrad Max Kunz, Professor am Münchner
Konservatorium (heute Musikhochschule) und Chordirigent in der Königlichen Oper
(heute Staatsoper) und im Bayerischen Sängerbund. Öchsner und Kunz wirkten
zusammen in der alten Münchner Bürger-Sänger-Zunft, der sie 1860 das Lied „Für
Bayern" widmeten. Es verbreitete sich rasch in Vereinen, in denen Öchsner,
Kunz und ihre Freunde von der Sängerzunft mitwirkten (Schützenvereine und die
in den Jahren seit 1860 neu gegründeten Turnvereine, Bayerischer Lehrerverein
und Baye-rischer Sängerbund). Als die Nationalhymne der Weimarer Republik
1952 zur Hymne der Bundesrepublik Deutschland bestimmt worden war, beschloß der
Bayerische Landtag einstimmig, die Deutschlandhymne und das Lied „Für
Bayern" sollten in den Schulen gelehrt und gemeinsam im Bayerischen
Rundfunk verwendet werden. In der Urfassung von 1860 gab es eine dritte
Strophe, die sogenannte „Königsstrophe". Ihr erster Vers lautete: „Gott
mit ihm, dem Bayernkönig! Segen über sein Geschlecht!" 1918 wurde diese
Strophe in den meisten Liederbüchern getilgt. Der bayerische Dichter Josef
Maria Lutz verfaßte 1946 eine neue dritte Strophe. Sie beginnt mit den Worten:
„Gott ... mit allen, die der Menschen heilig Recht treu behüten und
bewahren!" Diskussionen über unterschiedliche
Textgestaltungen beendete Ministerpräsident Franz Josef Strauß mit einer
Bekanntmachung vom 18. Juli 1980. Darin ist festgelegt, daß der 1953
beschlossene zweistrophige Text, der im wesentlichen der Urfassung entspricht,
bei offiziellen Anlässen verwendet wird. (Aus einem Artikel von Dr. Johannes
Timmermann, Leiter des Archivs der Bürger-Sänger-Zunft, München) Zur Entstehungsgeschichte Eigentlich wollte Konrad Max
Kunz Mediziner werden. Sein musikalisches Talent liess sich aber nicht
unterdrücken und so wandte er sich schon bald der Musik zu und verzichtete auf
ein weiteres Universitätsstudium. Hofkapellmeister Franz Lachner schlug den
Musiklehrer und Dirigenten der Münchener Liedertafel, Konrad Max Kunz, als
Chordirektor der königlichen Hofoper vor. Am 1. Juli 1845 wurde dieser als
Chordirigent der kgl. Oper in München bestellt. Sein kompositorisches
Schaffen ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Unter seinen zahlreichen
Kompositionen ist lediglich „Prinz Eugen, der edle Ritter" noch allgemein
bekannt. In Bayern ist der Komponist durch seine Bayern-Hymne „Gott mit dir,
du Land der Bayern" bekannt geworden und hat sich damit in den Herzen der
Bayern ein unvergängliches Denkmal gesetzt. Im alten Königreich Bayern wurde
die Hymne „Heil unserm König, Heil!" mit der Melodie „God save the
king!" gesungen. Im Jahre 1858 suchte man nach einer eigenen bayerischen
Hymne, doch ohne Erfolg. Da stieß Kunz auf ein Lesebuch für Feiertagsschüler
in Landschulen, das schon seit 1852 vom Lehrer Michael Öchsner herausgegeben
wurde, und in diesem auf ein Gedicht des Lehrers, das sich zur Vertonung
eignete: Gott mit dir, du Land der
Bayern, deutsche Erde, Vaterland! Ueber deinen weiten Gauen ruhe deine
Segenshand! Er behüte deine Fluren, schirme deiner Städte Bau und erhalte dir
die Farben seines Himmels weiß und blau! Gott mit dir, dem
Bayernvolke, daß wir, unserer Väter wert, fest in Eintracht und in Frieden
bauen unseres Glückes Herd. Daß mit Deutschlands Bruderstämmen einig uns ein
jeder schau und den alten Ruhm bewähre unser Banner weiß und blau. Gott mit ihm, dem
Bayernkönig! Segen über sein Geschlecht! Denn mit seinem Volk in Frieden wahrt
er dessen heilig Recht. Gott mit ihm, dem Landesvater, Gott mit uns in jedem
Gau! Gott mit dir, du Land der Bayern, unsre Heimat, weiß und blau! Kunz vertonte das Gedicht, er
ließ sein Lied „Für Bayern" drucken, und schon 1861 war das Notenblatt
im Handel erhältlich. Die Melodie muß gefallen haben, und zur Feier des 44.
Verfassungstages in der Westendhalle zu München dirigierte Kunz selbst am
26.5.1862 seine „Hymne" als Erstaufführung. Noch im selben Jahr erklang
diese Hymne unter seinem Taktstock zur Einweihung der Propyläen. Kunzens
Bayern-Hymne hatte sich zur Volkshymne emanzipiert, und am 26.7.1863 sang das
Volk diese Hymne auf dem Max-Joseph-Platz vor dem König. Die monarchistische
Zeit hielt aber an der Königshymne fest, doch die Volkshymne begleitete diese
und überdauerte das Revolutionsjahr 1918. Nach dem zweiten Weltkrieg
überarbeitete Josef Maria Lutz den Öchsnerischen Text, der nun gültig ist. Literaturhinweis: Eine Darstellung der
Hymnengeschichte hat der Bayerische Landesverein für Heimatpflege in seiner
Zeitschrift „Schönere Heimat", Heft 4, 1996 veröffentlicht. Über
Internet ist der Text nachzulesen unter der Adresse:
|